Olympia 2024: Eins zu Null für Hamburg

„Nur“ eins zu null steht es für die Hamburger im Duell mit den Berlinern. Möchte man im Bild bleiben: Das Spiel befindet sich allerdings in der 89. Spielminute, eine Kehrtwende scheint ausgeschlossen. In der Frage, welche Stadt bei der Bewerbung Deutschlands um die Olympischen Sommerspiele 2024 als Austragungsort fungieren soll, scheint alles geklärt.

Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat sich am vergangenen Montag für Hamburg und für 2024 ausgesprochen. Anders, als in vielen Medien berichtet wird, war die Entscheidung nach Informationen der Berliner Tageszeitung denkbar knapp. Demnach entschied sich das Präsidium mit 4:3 Stimmen für Hamburg.

Noch ist nicht alles fix: Bürgerentscheid im Herbst als Stolperfalle

Diesen Samstag stimmen die Mitglieder des DOSB ab, ob aus der Empfehlung des Präsidiums eine Entscheidung wird. Experten gehen davon aus, dass die Mitglieder der Empfehlung des Präsidiums folgen werden. Im Herbst entscheiden dann die Bürger Hamburgs bei einem Entscheid. Für eine Bewerbung bedarf es einer Mehrheit der Stimmen. Das wird kein Selbstläufer: Vor zwei Jahren lehnten die Bürger in München eine Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022 ab.

Die Konkurrenz der deutschen Bewerbung für die zwei Sportspektakel – mit inbegriffen sind die Paralympischen Spiele – kommt aus Italien und den USA: Rom und Boston werden sich bewerben. Womit Hamburg dann punkten möchte und sich bereits gegen Berlin durchgesetzt hat, ist eine besondere Idee der Olympia-Stadt.

Olympiabewerbung HAmburg 2024 - Detailluftbild               Quelle: Gärtner + Christ

Die Elbinsel Kleiner Grasbrook spielt in den Planungen die Hauptrolle. Auf 775 000 Quadratmetern sollen ein 70 000 Zuschauer fassendes Stadion für Fußballer und Leichtathleten sowie das Olympische Dorf für die Unterkunft der über 10 000 Sportler entstehen. Alle Sportstätten sollen innerhalb von 30 Minuten erreichbar sein. 14 neue Wettkampfstätten, fünf Neubauten: Nach Informationen des NDR werden für die Spiele aktuell 2,2 Milliarden Euro eingeplant. Die Kosten für die laufende Bewerbung werden derzeit auf 50 Millionen Euro beziffert.

Fußball-Europameisterschaft 2024: Zwei sportliche Großereignisse für Deutschland?

Die Entscheidung, ob Deutschland den Zuschlag für die Ausrichtung der Europameisterschaft 2024 steht noch aus. Die Bewerbung gilt jedoch als aussichtsreich und könnte den Hamburgern ganz und gar nicht in die Karten spielen. Zwei solche sportliche Riesenevents im gleichen Jahr werden als unwahrscheinlich eingestuft. Sollte Hamburg mit einer Bewerbung 2024 scheitern, will sich der DOSB für 2028 bewerben.

Deutsche Bewerbungen: Keine Erfolgsgeschichte

Bei den Bildern der jubelnden Hamburger, die sich gegen Berlin durchgesetzt haben, darf man nicht vergessen: Es handelt sich lediglich um die Entscheidung, welche Stadt sich für Deutschland bewerben darf. Erst zwei Mal erhielt Deutschland tatsächlich den Zuschlag: 1936 für Berlin und 1972 für München.

Deutsche Bewerbungen der jüngeren Vergangenheit waren nicht von Erfolg geprägt. Lediglich neun von 89 Stimmen erhielt Berlin bei der Bewerbung für Olympischen Sommerspiele 2000. Leipzigs Bewerbung für 2012 wurde vom Internationen Olympischen Komitee (IOC) unter anderem wegen infrastruktuellen Mängeln abgelehnt.

Doch bis zu einer Entscheidung um die Bewerbung müssen die Hamburger und die Deutschen bis 2017 warten. Bei einer Sitzung des IOC im peruanischen Lima wird dann über die bisher drei Bewerber entscheiden. Möglich, dass sich dann die Idee um die Insel Kleiner Grasbrook als Olympia-Zentrum als Trumpf erweist.

 

Weiterführende Quellen:

Wo soll was entstehen?

grafiken-dina3-260814-4graf (Medium)
Quelle: Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp)

Nolympia untersucht die Rahmenbedingungen um die potentiellen Olympischen Sommerspiele 2024 in Deutschland kritisch und stellt 13 Fragen:

http://nolympia-hamburg.de/13-fragen/

Für den Tagesspiegel nennt Friedhard Teuffel einige hintergründige Geschichten um die Bewerbungen der beiden deutschen Städte:

http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/olympische-spiele-2024-berlin-hat-bilder-aber-hamburg-eine-idee/11514046.html

Auf der Webseite der Stadt Hamburg gibt es eine detaillierte Chronik, was wann bis zur Vergabe der Spiele 2017 passiert:

http://www.hamburg.de/spiele-fuer-hamburg/hintergrundinformationen/4420798/fahrplan-olympia/

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